Therapie der Hypercholesterinämie

Die Hypercholesterinämie ist noch vor dem Rauchen der wichtigste Risikofaktor für die Entwicklung der Atherosklerose und für die PAVK, sodaß die Therapie der Hypercholesterinämie besonders effektiv und auch effizient risikomindernd ist. 

Im Durchschnitt bewirkt die Änderung der Ernährungsgewohnheiten (z.B. schwäbische Hausmannskost → vegane Ernährung) eine Absenkung des LDL-Cholesterins um nicht mehr als 10% und Sport gegen Nicht-Sport um maximal 5%. Das bedeutet, daß die Änderung des Lebensstils so gut wie nie zu einer ausreichenden Absenkung des Gesamt- und LDL-Cholesterins führt und fast immer Medikamente notwendig werden.

Maßstab für das kardiovaskuäre Risiko und für die Güte der Therapie ist das LDL-Cholesterin (LDL = low density lipoprotein). Gleichbedeutend aber erst in den letzten Jahren auch vermehrt verwendet ist das nHDL-Cholesterin (nHDL = non high density lipoprotein).
Hohes HDL-Cholesterin gleicht hohes LDL-Cholesterin keineswegs aus.

In Tablettenform stehen Statine, Ezetimib und Bempedoinsäure und in Spritzenform zwei verschiedene Wirkmechanismen zur Absenkung des PCSK9 zur Verfügung. Wegen der Effizienz der Tabletten stehen diese immer am Anfang der Therapie und dabei ganz besonders die Statine. 

Da Anhänger der “Cholesterinlüge” schon beim Erwähnen der Medikamente Schmerzen und ernsthafte Nebenwirkungen entwicklen, gibt es sinnvolle Alternativen?
Die Antwort ist eindeutig: Nein!
Diverse Naturheilmittel und “Alternativen” wie z.B. Ballaststoffe oder Omega-3-Fettsäuren haben keine oder eine nur minimale Wirkung auf das LDL-Cholesterin, auch wenn interessierte Kreise das ganz anders darstellen.
Der hochgelobte “Rote Reis” ist eine absolute Mogelpackung: auf weißem Reis wachsen Schimmelpilze, die außer rotem Farbstoff auch ein Statin herstellen, das es vor Urzeiten sogar auf Rezept gab. Es handelt sich um Lovastatin, das aber als z.B. Monacolin K tituliert wird. Lovastatin wurde schon lange verlassen aufgrund seiner schwachen Wirkung und seines ungünstigen Nebenwirkungsprofils.