Konservative Therapie der PAVK

Die konservative Therapie der PAVK umfaßt:

  • Optimierung des Lebensstils,
  • gezieltes Gehtraining,
  • medikamentöse Therapie.

Optimierung des Lebensstils

Dabei geht es um sofern erhöht Gewichtsreduktion, um ausgewogene Ernährung, um regelmäßige körperliche Aktivität und falls geraucht wird, um das sofortige und komplette Einstellen des Rauchens.
Jeder Mensch mit PAVK, der trotzdem noch raucht, muss sich die Frage stellen, ob er rauchen oder leben will. 

Gezieltes Gehtraining

Hiermit ist gemeint, dass bis zum Erreichen der Schmerzgrenze (z.B. Wadenschmerz) gegangen werden muss, um dann eine Pause bis zur Schmerzfreiheit einzulegen. Danach wird erneut bis zur Schmerzgrenze gegangen. Das führt zu einer Verbesserung der Umgehungskreisläufe (Kollateralen) bei verschlossenen Beinarterien. Zeitbedarf mindestens 30 Minuten am Tag, Ausführung im besten Fall täglich. Ein merklicher Effekt (=Verbesserung der schmerzfreien Gehstrecke) kann schon nach einer Woche eintreten, aber meist dauert es etwas länger.

Medikamentöse Therapie

Hier sind besonders die Hemmung der Blutgerinnung und die Senkung des Cholesterins im Blut zu nennen. Vor allem die Senkung des Cholesterins führt zu einer effektiven Risikominderung für die Progredienz der Atherosklerose und damit auch das Risiko für Ereignisse wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Beinarterienverschluss. In einer groß angelegten Alltagsbeobachtung bei Veteranen der US-Army konnte gezeigt werden, dass die Senkung des Cholesterins durch ein Statin auf Sicht von 6 Jahren die Sterblichkeit (=Mortalität) um ca. 30% senkt. 

 

Häufige Fragen zur Therapie der PAVK

Im Vordergrund stehen die Linderung der Schmerzen beim Gehen, die Verbesserung der schmerzfreien Gehstrecke und in schweren Fällen der Erhalt der betroffenen Extremität. Das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle zu minimieren, geht damit aber gleichwertig einher.

Ja, ohne wenn und aber! Das Rauchen ist nach der Hypercholesterinämie der zweitwichtigste Risikofaktor für die Entwicklung und wenn bereits vorhanden für die Verschlechterung arterieller Erkrankungen. E-Zigaretten sind nicht harmlos, aber als “Brückentechnologie” können Sie hilfreich sein. 

Eine ausgewogene Ernährung mit wenig tierischen Fetten ist Grundbestandteil eines adäquaten Lebensstils und der wirkt sich positiv aus auf den Blutdruck, auf entzündliche Vorgänge im Körper und auf das Gewicht. Die möglichen Effekte auf das Cholesterin im Blut werden allerdings maßlos überschätzt. Selten sinkt das LDL-Cholesterin um mehr als 10%, wenn von schwäbischer Hausmannskost zum veganen Stil gewechselt wird. 

Bei Symptomen (Schmerzen beim Gehen) sind Thrombozytenaggregationshemmer (meist ASS 100 oder Clopidogrel) und je nach Fall auch ein niedrig dosiertes Antikoagulans (Rivaroxaban) notwendig. In leichten Fällen ohne Beschwerden werden diese Medkamente nicht mehr regelhaft eingesetzt.

Eine Therapie zur Senkung des LDL-Cholesterins im Blut ist fast immer und auch dauerhaft notwendig. Die Art und die Zahl der Medikamente hängt vom Ausgangsniveau, dem zu erreichenden Ziel und dem individuellen Ansprechen auf die Medikamente ab. 

Diese Medikamente senken das Risiko für Ereignisse wie Herzinfarkt, Schlaganfall und weitere Verschlüsse der Beinarterien, sodaß sie auch bei Verbesserung oder erreichter Schmerzfreiheit weiter eingenommen werden müssen. 

Ein effektives Gehtraining erfolgt dann, wenn solange am Stück gegangen wird, bis die von der PAVK ausgelösten Schmerzen auftreten, dann eine Pause bis zur Beschwerdefreiheit eingelegt wird und im Anschluß erneut bis zur Schmerzgrenze gegangen wird. Das führt zur Verbesserung der Umgehungskreisläufe (=Kollateralen) und auf längere Sicht zu einer Verlängerung der schmerzfreien Gehstrecke. 

Weitergehen mit Schmerzen ist nicht nur nicht sinnvoll, es kann sogar bei häufiger Wiederholung zu Schäden an Nerven und Muskeln führen. 

Meine Empfehlung: täglich mindestens 30min Gehtraining, mehr schadet überhaupt nicht. Und das Hirn profitiert sogar auch nachweislich. Auf geht's.

Und wie! Je nach Ausmaß der Durchblutungsminderung an den Füßen können auch nur minimale Verletzungen zu Katastrophen führen, die mit dem Verlust des Fußes oder des Unterschenkels enden.

Daher muß jegliche Verletzung vermieden werden und dies gilt ganz besonders auf für die Fuß- bzw. Nagelpflege. Wenn die Zehen nach der Nagelpflege blutig sind oder Hautfetzen herumhängen, dann sind Sie definitiv in den falschen Händen.

Die Füße müssen außerdem so gepflegt werden, daß die Haut nicht trocken und spröde ist. Aufweichung der Haut zwischen Zehen und insbesondere Fußpilz müssen konsequent behandelt werden.