Therapie der tiefen Venenthrombose
Die Therapie der tiefen Venenthrombose (= TVT, Phlebothrombose) umfasst:
- medikamentöse Hemmung der Blutgerinnbarkeit (=Antikoagulation),
- Kompressionstherapie.
Invasive Therapien wie operative oder kathetergestützte Entfernung des Thrombus kommen selten zum Einsatz.
Medikamentöse Therapie
Es stehen drei verschiedene Arten von Medikamenten zur Verfügung:
- Heparine,
- Vitamin-K-Antagonisten und
- neuere Gerinnungshemmer (NOAKs).
Der in diesem Zusammenhang oft verwendete Begriff der “Blutverdünnung” ist grundfalsch! Hier wird nichts verdünnt, das Blut ist genauso dick wie sonst. Es gerinnt nur langsamer.
Die Standardtherapie heutzutage ist die Gabe eines NOAKS. Heparine werden typischerweise für Kurzzeittherapien und bei komplizierten, insbesondere onkologischen Situationen eingesetzt.
Die Vitamin-K-Antagonisten, das bekannteste ist das Marcumar, kommen nur noch im Einzelfall und besonders bei bestimmten Gerinnungsstörungen zum Einsatz.
Die Therapiedauer hängt von verschiedenen Faktoren ab. Im Vordergrund stehen die Ursache und die Ausdehnung der Thrombose. Wichtig sind auch das Patientengeschlecht und das Ausmaß der Rest-Thrombose zu bestimmten Zeitpunkten.
Kompressionstherapie
Kompressionsstrümpfe dienen nicht, wie oft irrtümlich angenommen, der unmittelbaren Therapie der Thrombose. Vielmehr sorgen sie dafür, dass die Auswirkungen der Thrombose, also Ödem und Schmerz, rascher nachlassen.
In der Langzeitherapie können sie notwendig sein, um postthrombotische Sekundärschäden an der Haut zu verhindern.
Oberflächliche Venenthrombosen
Die Therapie oberflächlicher Venenthrombosen (= OVT, Thrombo- oder Varikophlebitis) folgt den gleichen Grundsätzen, aber die Therapie ist meist kürzer und weniger intensiv.
Häufige Fragen zur Therapie der Venenthrombose
Jede tiefe Venenthrombose kann eine potentiell tödliche Lungenarterienembolie auslösen und das gilt es zu verhindern.
Sei wirken nicht (!) selbst auf die Thrombose, d.h. sie führen nicht zu einer Auflösung des Thrombus. Das ist nur möglich mit einem völlig anderen Medikamententyp (=Fibrinolytika), deren Einsatz mit einem sehr hohen Risiko für schwere Blutungen einhergeht und wenigen, speziellen Fälllen vorbehalten ist. Die Medikamente hemmen die Gerinnbarkeit des Blutes, verschieben damit das Gleichgewicht zwischen Gerinnung des Blutes und körpereigener Thrombusauflösung. Das ermöglicht dem Körper die Auflösung des Thrombus.
Es findet hier auch keine “Blutverdünnung” statt. Dieser völlig falsche Begriff hat sich leider eingeschlichen und wird zu meinem Bedauern teils auch von Ärzten verwendet.
Gleichrangig an erster Stelle und sachlich zusammenhängend stehen folgende Ziele:
- Verhinderung des Fortschreitens der Thrombose
- Verhinderung der Lungenarterienembolie.
In der Akutphase wichtig ist es, möglichst rasch die Beschwerden zum Abklingen zu bringen.
Ein langfristig Ziel besteht darin, dem Körper zu helfen, die Thrombose möglichst weit abzubauen und dauerhafte Schäden an den betroffenen Venen zu minimieren.